Tarifrunde ÖD 2018

Warnstreiks bringen ein starkes Ergebnis für die Jugend

Tarifrunde ÖD 2018

Warnstreiks bringen ein starkes Ergebnis für die Jugend

+100€ – 30 Tage Urlaub – Übernahme – Vergütung für Alle

Nach einer langen dritten Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst Bund und Kommunen gibt es ein Verhandlungsergebnis.

Im Zentrum der Verhandlungen stand eine Neugestaltung der Entgelttabellen für die Beschäftigten. Doch eure Warnstreiks blieben nicht ungehört und die Auszubildenden konnten ihre Forderungen fett platzieren.

Das bedeutet konkret:

  • Erhöhung der Vergütung um 100 Euro in zwei Stufen: ab dem 1. März 2018 um 50 Euro und ab dem 1. März 2019 nochmal um 50 Euro.
  • Angleichung des Urlaubsanspruches auf 30 Tage
  • Verlängerung der Regelung zur unbefristeten Übernahme der Auszubildenden. Diese Regelung gilt bis zum 31.Oktober 2020.
  • Laufzeit: 31. August 2020 (30 Monate)

Für die Beschäftigten wurde folgendes erreicht:

  • Rückwirkend ab dem 1.3.2018 3,19 Prozent Entgelterhöhung
  • Ab dem 1. April 2019 weitere 3,09 Prozent
  • Ab dem 1. April 2020 weitere 1,06 Prozent

Insbesondere für Berufseinsteiger_innen gibt es nach dem Ende ihrer Ausbildung in der ersten Erfahrungsstufe ein überdurchschnittliches Plus von 10 Prozent!

Erfolg und eine gute Perspektive für die bisher untarifierten Ausbildungs- und Praktikumsverhältnisse

Für Erzieher_innen in praxisintegrierter Ausbildung (PiA), Auszubildende zu Operations- und Anästhesietechnischen Assintent_innen sowie die Auszubildenden zu Notfallsanitäter_innen steht fest, dass sie rückwirkend zum 1.3.2018 tarifiert werden. Die Höhe ihrer Vergütung richtet sich nun nach der Vergütung der Pflegeausbildung.

Außerdem werden im Anschluss dieser Tarifrunde Verhandlungen für die ausbildungsintegrierten Dual Studierenden, in Anlehnung an die Richtlinie des Bundes aufgenommen.

Bei den bisher nicht tarifierten schulisch-betrieblichen Ausbildunen im Gesundheitswesen sind wir noch nicht am Ziel – aber einen großen Schritt weitergekommen: Dass die Ausbildung durch die Krankenkassen refinanziert wird ist mittlerweile unstrittig und ein Erfolg der Tarifbewegung dieser „Unbezahlten“. Offen ist jedoch die Frage ob die neuen Tarifierungen in die laufenden Budgetverhandlungen zwischen den Krankenkassen und den Krankenhäusern mit aufgenommen werden können. An diesem Punkt sagen wir klar: JA, kann es! Die Arbeitgeber sehen das anders, deshalb soll das Bundesministerium für Gesundheit nun eine eindeutige Klärung herbeiführen.

Zusammengefasst: Ein starkes Ergebnis für die Jugend!

Jetzt bist du gefragt:

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Ergebnisse im Detail

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 30 Monaten (Ende 1.9.2020). Nachdem die Verhandlungen in zwei Runden ohne Ergebnis blieben, gelang es in dieser Verhandlungsrunde einem Kompromiss die Interessen von uns und den Arbeitgebern einander anzunähern. Für ver.di war und ist es elementar die Löhne in den unteren Entgeltgruppen überproportional erhöhen – die Arbeitgeber hingegen wollten vor allem eine Erhöhung der oberen Entgeltgruppen verbessern. Im Zentrum steht nun eine Neugestaltung der Entgelttabellen:

Es gibt eine Erhöhung der Sufe 1 n allen Entgeltgruppen um gut 10 Prozent, um den öffentlichen Dienst für Berufseinsteiger_innen attraktiver zu machen. Das bringt insbesondere Berufseinsteiger_innen nach dem Ende ihrer Ausbildung ein ordentliches Plus – ein Beispiel:

Verwaltungsfachangestellte in Kommunen, die nach ihrer Ausbildung in der E6 Stufe 1 (VKA) eingruppiert werden, bekommen rückwirkend zum 1.3.2018 in der ersten Erhöhungsstufe 2549,58 Euro – das entspricht einem Plus von 103,17 Euro (+ 4,22%). In den insgesamt drei Erhöhungsstufen erhalten sie bis 2020 insgesamt ein Plus von 242,76 Euro (+10,36%). Ein weiteres Beispiel: Examinierte Pflegekräfte, die nach dem Ende ihrer dreijährigen Ausbildung in der P7 (TVöD Pflege) eingruppiert werden, erhalten in insgesamt in drei Erhöhungsstufen bis 2020 ein Plus von 195,03 Euro (+7,4%).

Es gibt deutliche Erhöhungen in den unteren und mittleren Entgeltgruppen, um auch dort einen ausreichenden Einkommenszuwachs sicher zu stellen. Es gibt keinen Tabellenwert, der bis 1. März 2020 um weniger als 175 Euro angehoben wird. In vielen Fällen sind es bis zu 250 Euro im Monat.

Insgesamt ein Durchbruch bei der Tarifierung der bisher nicht tariflich geregelten Ausbildungs- und Praktikumsverhältnisse

Betroffen sind – neben Erzieher_innen in Praxisintegrierter Ausbildung - insbesondere Ausbildungsberufe aus dem Gesundheitswesen.

Auszubildende zu OTAs (Operationstechnische Assistent_innen) und ATAs (Anästäsietechnische Assistent_innen) sowie Notfallsanitäter_innen werden zum 1.3.2018 tarifiert und fallen damit unter den TVA – Besonderer Teil Pflege.

Auch bei den Erzieher_innen in Praxisintegrierter Ausbildung gibt es einen Erfolg: Sie werden ab dem 1.3.2018 auf Höhe des TVA – Besonderer Teil Pflege - tarifiert. Ausbildungsintegrierte duale Studiengänge werden ebenfalls im Nachgang der Tarifrunde extra tarifiert.

Bei der Tarifierung der betrieblich-schulischen Ausbildungen im Gesundheitswesen (Ergotherapeut_innen, Logopäd_innen, Masseur_innen, Physiotherpeut_inen, Orthopist_innen, MTAs und Diätassistent_innen) sind wir noch nicht am Ziel – aber einen großen Schritt weitergekommen: Dass die Kosten für über die Krankenkassen refinanziert werden müssen ist mittlerweile unstrittig. Es stellt sich nur die Frage ob die neuen Tarifierungen in die laufenden Budgetverhandlungen zwischen den Krankenkassen und den Krankenhäusern mit aufgenommen werden können. An diesem Punkt sagen wir klar: JA, kann es! Der VKA sieht diesen Punkt jedoch anders, weswegen es Ende April einen gemeinsamen Termin zwischen BMG, TdL, VKA und ver.di vereinbart.

Tabellen ver.di Tabelle: Entgelte BBIG und Pflege

In Kürze werdet ihr über die Details und Abläufe zur Mitgliederbefragung informiert.