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Ein wenig Dampf ist raus, aber Druck ist noch genug

Die kleine Schnecke / Thema Hausmeister

Ein wenig Dampf ist raus, aber Druck ist noch genug

Im Juni dieses Jahres kam in unserer ver.di Betriebszeitung „Schnecke“ ein Bericht über die derzeitige Situation der Schulhausmeister an den Schulen des Landkreises. Seit Jahren bemühen sich einige Hausmeister, das Landratsamt davon zu überzeugen, dass die Regelung ihrer Arbeitszeiten, die Dienstanweisungen, die Personalbemessung und die Stellenbewertung in Teilen gegen geltendes Recht verstoßen und zu verbessern sind. Lange ohne Erfolg.

Letztendlich nahmen zwei Schulhausmeister das Zepter in die Hand, organisierten sich in ver.di und mobilisierten ihre Kollegen. Sie waren sicher, dass nur gemeinsam etwas verändert werden kann und überzeugten davon auch den Personalrat und die Personalabteilung. Die ersten Erfolge ließen zwar lange auf sich warten, aber sind jetzt bei den Hausmeistern angekommen.

Was wurde erreicht: Als erstes wurde erreicht, dass sich unter Federführung des Personalrats die betroffenen Fachbereiche, ver.di und zwei Vertreter der Hausmeister an einen Tisch gesetzt haben und sich bisher dreimal beraten und Entscheidungen getroffen haben. Wir konnten bisher erreichen, dass zusätzliche Kräfte eingestellt wurden und weitere Stellen in Aussicht stehen. In Sachen Arbeitszeit konnten zumindest für die Hausmeister, die Schichtarbeit machen am Römerhügel, die Ihnen schon lange zustehenden Schichtzulagen und 3 Tage Zusatzurlaub nach Tarifvertrag durchgesetzt werden. Eine Lösung für die Überstunden ist auf dem Weg, die vielen angelaufenen Überstunden können abgefeiert oder ausbezahlt werden. Das ist ein riesiger Erfolg, der vor einem Jahr nicht denkbar war!

Was wurde entschieden, aber nicht umgesetzt: Für den Römerhügel und die Carl-Schäfer-Schule haben die Hausmeister einen Schichtplan erstellt und von ver.di und dem Personalrat prüfen lassen. Auch die Personalabteilung hat Zustimmung signalisiert. Grundlage des Schichtplans ist die 39 Stunden Woche und planbare Wochenenddienste, die bisher über kurzfristige Anweisungen vom zuständigen Fachbereich angeordnet oder abgesagt wurden. Eigentlich sollte dieser Dienstplan zum 1.1.2014 in einer Testphase umgesetzt werden, allerdings hüllt sich der Fachbereich Schulen und Kultur seit Anfang November zu diesem Thema in Schweigen.

Ver.di hat zugesagt, bis Ende dieses Jahres keinerlei arbeitszeitrechtliche Verstöße anzugehen. Wir möchten hiermit dem Fachbereich Schulen und Kultur klar sagen: Einige Hausmeister arbeiten Schicht. Dies ist unvereinbar mit der noch angeordneten 46-Stunden-Woche. Ver.di wird, sollte der ausgearbeitete Dienstplan nicht angeordnet werden, ab Januar 2013 mit den Hausmeistern die Differenz zur 39-Stunden-Woche und die am Wochenende zusätzlich zur Rufbereitschaft angeordneten Überstunden geltend machen. Wie lange will der Fachbereich noch gegen geltendes Recht verstoßen?

Trotz der Freude über das bisher Erreichte, haben wir kein Verständnis für das Mauern des zuständigen Fachbereichs – und werden weiter konsequent für unsere Rechte eintreten! Es sind noch einige Baustellen offen: die Arbeitszeiten anderer Hausmeister an weiteren Schulen und anderen Gebäuden am Landratsamt, das Thema Arbeitsschutz und Technische Unterweisungen und die Frage von Springern. Euch fallen bestimmt auch noch einige ein! Wir möchten weiter gut mit den beteiligten Fachbereichen und dem Personalrat zusammenarbeiten und fordern den Landrat und die Dezernenten auf, an dieser Stelle ihren Teil dazu beizutragen. Erfreuliche Beispiele zeigen, dass gute Lösungen gemeinsam erreicht werden können – dafür nochmal herzlichen Dank an alle Beteiligten!

Auf ein gutes und kämpferisches 2014 Eure in ver.di organisierten Hausmeister