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Tarifverhandlungen erneut ergebnislos vertagt

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Tarifverhandlungen erneut ergebnislos vertagt

Konstruktiv geht völlig anders: Die Arbeitgeber sahen sich in der Verhandlung vom 17. Januar nicht in der Lage, zu dem von ver.di bereits Ende November 2017 vorgelegten Tarifvertragsentwurf für eine neue Entgeltstruktur Stellung zu nehmen. Sie bezeichneten den ver.di-Vorschlag als „Fragment“, das nicht als Grundlage für eine real-Entgeltstruktur dienen könne.

In betrieblichen Veranstaltungen und in der jüngst erschienenen Videobotschaft der real-Geschäftsführung hatten sie ver.di aufge­ fordert, „endlich“ über ihren „vorliegenden Vorschlag für eine real-Entgeltstruktur“ zu verhandeln.

Vorbei an gesetzlichen Vorgaben

Doch das Papier, das die Arbeitgeber im Mai 2017 vorgelegt haben, ist nicht verhandelbar, da es nicht einmal die vom Gesetzgeber verlangten Mindestanforderungen für Tarifverträge erfüllt, wie:

  • eine Beschreibung der Art der Tätigkeit
  • die Ausbildungsanforderungen sowie
  • die Arbeitsbedingungen

Eine neue Entgeltstruktur muss für alle Märkte, Lagerstandorte und Verwaltungen gelten. Der ver.di-Vorschlag erfüllt alle Voraussetzungen an eine gesetzeskonforme Entgeltstruktur und hätte bei gutem Willen der Arbeitgeber bereits jetzt verhandelt werden können. Die Arbeit­ geber aber ließen neun Wochen verstreichen, ohne unserer Tarifkommission mitzuteilen, welche Nachfragen oder Verständnisfragen es zum vorgelegten ver.di-Entwurf gibt. Gleich­ zeitig erklären sie immer wieder, dass sie bis zum 31. März 2018 einen Tarifabschluss be­ nötigen. Wie passt das zusammen?

Sie planen tiefe Einschnitte

Die Vorstellungen der Arbeitgeber für den Abschluss eines real-Tarif­vertrages sind mehr als eine Zumutung:

  • eine bis zu 30-prozentige Einsparung bei den Personalkosten
  • eine dauerhafte Absenkung der Tarifentgelte
  • ein Besitzstand für die Bestandsbeschäftigten (ohne zukünftige Entgelterhöhungen).

Konstruktiv geht völlig anders: real will offenbar keine neue Entgeltstruktur, sondern ausschließ- lich eine deutliche Reduzierung der Personalkosten. Das würde eine dauerhafte Reduzierung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen bedeuten.

Die Beschäftigten brauchen Entgeltregelungen, die fürs Leben reichen und auch vor Altersarmut schützen. Wenn real einen angeblichen Wettbewerbsnachteil von 30 Prozent gegenüber der Konkurrenz beklagt, fordert es letztlich ein Gehalt, das derzeit 750 Euro unter dem Tariflohn liegt. Selbst wenn die Kolleginnen und Kollegen 45 Jahre Vollzeit und ohne Unterbrechung mit dem angestrebten Gehalt arbeiten, landen sie in der Grundsicherung.

Geplante Altersarmut für die real-Beschäftigten ist das Gegenteil von Wertschätzung: Das ist soziale Kälte pur!

Wir lehnen diese Forderungen von real strikt ab und haben die Arbeitgeber aufgefordert, bis zur nächsten Verhandlungsrunde am 19. Februar 2018 Stellenbeschreibungen für die typischen Tätigkeiten bei real vorzulegen, um zügig zu Ergebnissen für eine neue Entgeltstruktur zu kommen.

Existenzsichernde Einkommen, echte Wertschätzung und gute Arbeitsbedingungen – dafür kämpfen wir.