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Ausgepresst: Informationsreise über Abhängigkeit und Ausbeutung …

12.10.2013, 19:00DGB-Haus, Kleiner Saal, Willi-Bleicher-Str.20, 70174 Stuttgart

Ausgepresst: Informationsreise über Abhängigkeit und Ausbeutung in der Herstellung und dem Vertrieb von Orangensaft

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Blind für Arbeitsrechte? Im Visier: Orangensaft bei Edeka, Rewe, Lidl, Aldi & Co. cir, ver.di Ausgepresst  – Blind für Arbeitsrechte? Im Visier: Orangensaft bei Edeka, Rewe, Lidl, Aldi & Co.

Ausgepresst: Informationsreise über Abhängigkeit und Ausbeutung in der Herstellung und dem Vertrieb von Orangensaft macht Station in Stuttgart/ Übergabe einer Studie an die Schwarz Gruppe in Neckarsulm

Zur Veröffentlichung ihrer Studie „Im Visier: Orangensaft bei Edeka, Rewe, Lidl, Aldi & Co.“ übergeben die Christliche Initiative Romero (CIR) und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) selbige am Samstag, den 12. Oktober um 14 Uhr, der Geschäftsführung der Schwarz Gruppe in Neckarsulm. Um die Forderungen nach mehr Unternehmensverantwortung zu unterstützen, sind auch Gäste aus Brasilien vor Ort, die anschließend mit ver.di und CIR auf einer Abendveranstaltung über die prekären Zustände entlang der Lieferkette des Orangensafts informieren.

Bernhard Franke, zuständig für den Handel in Baden- Württemberg, bei ver.di dazu: „Der Verdrängungswettbewerb im Einzelhandel hat sowohl für die Beschäftigten hier als auch in den Produktionsländern oft dramatische Folgen. Die unerträglichen Arbeits- und Lebensbedingungen der LandarbeiterInnen auf den Orangenplantagen korrespondieren mit den unablässigen Versuchen der Handelskonzerne, den hiesigen Einzelhandel zur Niedriglohnbranche zu machen.“

Sandra Dusch Silva von der Christlichen Initiative Romero:„Zu Marktmacht gehört auch immer Verantwortung, die Schwarz Gruppe ist ein mächtiges Einzelhandelsunternehmen und bestimmt damit durch ihre Einkaufspolitik maßgeblich die Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette mit- so auch im Orangenanbau in Brasilien“.

Die Studie, die am 08.10.2013 von CIR und ver.di veröffentlicht wurde und unter https://www.verdi.de/presse/downloads/pressemappen abgerufen werden kann, basiert auf Recherchen in Brasilien und Deutschland und deckt Macht- und Marktkonzentration auf der Unternehmens- und zunehmende Ausbeutung auf der Beschäftigtenseite entlang der Lieferkette auf. In Deutschland alarmiert insbesondere die verstärkte Verantwortungsflucht der tarifgebundenen Unternehmen Edeka und Rewe. Durch Ausgründung an selbstständige Kaufleute entstehen nahezu betriebsratsfreie und tariflose Bereiche, in denen Kaufleute nach Gutdünken über die Arbeitsbedingungen ihrer Beschäftigten entscheiden.

Am Beginn der Lieferkette stehen die Erntehelferinnen der Orangenplantagen. Cícera Coltro berichtet auf der Abendveranstaltung aus erster Hand darüber, was es bedeutet, die beliebte Zitrusfrucht im Akkord zu pflücken. „Unsere Rechte werden ständig missachtet. Ob beim Einsatz der giftigen Pestizide auf den Plantagen, beim Transport zur Arbeit in schrottreifen Bussen oder durch die Abhängigkeit von korrupten Arbeitsvermittlern“, beschreibt Coltro die Gefahren, denen die PlantagenarbeiterInnen täglich ausgesetzt sind. Begleitet wird sie von Márcio Propheta Sormani Bortolucci aus dem brasilianischen Piratininga. Er ist Anwalt für Arbeitsrechte und vertritt die ArbeiterInnen aus dem Orangensaft-Sektor vor Gericht – etwa im Falle von unzureichenden Lohnzahlungen und gefährlichen Transporten zu den Plantagen.

Veranstaltung am 12. Oktober um 19 Uhr im DGB-Haus, Kleiner Saal, Willi-Bleicher-Str.20, 70174 Stuttgart.