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Die Renaissance des Nationalen

Vortrag und Diskussion
08.05.2017, 19:00Willi-Bleicher-Str. 20, 70174 Stuttgart

Die Renaissance des Nationalen

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Vortrag und Diskussion
Die Renaissance des Nationalen
Reaktionär, menschenfeindlich und kriegstreiberisch

Montag, 8. Mai 2017, 19:00 Uhr
Gewerkschaftshaus Stuttgart, Raum 3, Willi-Bleicher-Str. 20, 70174 Stuttgart
Referent: Lothar Galow-Bergemann war langjähriger freigestellter Personalrat im Klinikum 
Stuttgart, schreibt u.a. für Konkret, Jungle World und „Emanzipation und Frieden“
Veranstalter: ver.di-Bezirk Stuttgart
Eintritt frei. Anmeldung nicht erforderlich.

Innerhalb weniger Jahre traten weltweit menschenfeindliche Denk- und Verhaltensweisen zutage - in einem Ausmaß, das man lange nicht für möglich gehalten hätte. Millionen lassen sich von autoritären, rassistischen, antisemitischen, sexistischen und homophoben Gefühlen leiten. Sie folgen autoritären Führer/-innen und finden diese nicht zuletzt wegen ihres offenen und aggressiven Nationalismus attraktiv. Spätestens die so genannte „Flüchtlingskrise“ offenbarte, dass sich auch in Deutschland erschreckend viele nach nationaler Abschottung und geschlossenen Grenzen sehnen.

Nicht zufällig geschieht das alles vor dem Hintergrund einer globalen Krise der Kapitalverwertung, die seit 2008 nicht endet. Weltweit greifen Perspektivlosigkeit für viele Menschen und Abstiegsängste um sich. Doch die Vorstellung, man könne die Krise mit Nationalismus überwinden, gleicht dem Glauben, ein Feuer ließe sich mit Öl löschen. Der weltweit anschwellende Nationalismus löst kein einziges Problem, ganz im Gegenteil. Er verstärkt die ökonomische Krise, befördert Hass und niedere Instinkte und untergräbt Humanität und Menschenrecht. Und er erhöht die Kriegsgefahr.

Leider schwimmen auch manche Linke und Gewerkschafter/-innen auf der nationalistischen Welle mit und feiern z.B. den Brexit als „Erfolg der kleinen Leute gegen die da oben“. Doch die „Rückbesinnung auf die Nation“ bleibt auch dann reaktionär, wenn Linke damit liebäugeln und glauben, „nationale Souveränität“ sei eine brauchbare Antwort auf die kapitalistische Krise. Die Krise der EU ist kein Grund zur Freude, sondern zur Besorgnis und ein Zurück hinter die Globalisierung wäre katastrophal.

Warum der notwendige Kampf gegen die Zumutungen der kapitalistischen Krise nur transnational sein kann. Warum das Diktum von Karl Marx, wonach Arbeiter kein Vaterland haben, aktueller denn je ist. Und warum jeder nationalen Borniertheit ein entschiedener Kosmopolitismus entgegen gesetzt werden muss.