Ortsverein Böblingen/Sindelfingen

EUROPAKONGRESS 2013

EUROPAKONGRESS 2013

Europakongress 2013 dgb Europakongress 2013

Workshops und Diskussionen zu sozialer Gerechtigkeit und lokalen Handlungsfeldern

Internationale Gäste aus Griechenland und Spanien berichteten

Am 11. und 12. Oktober 2013 fand der zweite Europakongress statt. Mit Blick auf die Sparpolitik in Griechenland wurde erörtert, welche Auswirkungen die neoliberale Politik auf den Gesundheitssektor hat und gemeinsam überlegt, welche Möglichkeiten bestehen, auf die Krankenhausentwicklung Einfluss zu nehmen, z.B. durch einen Bürgerentscheid. Wir beschäftigten uns mit der Frage, welche Auswirkungen die Krise auf den Bildungsbereich in Deutschland und Griechenland hat: Was sind die Folgen für die Kinder, die Schülerinnen und Schüler? Was sind die Folgen für die im Bildungsbereich Beschäftigten? Was sind die Auswirkungen der Krise auf die Länder Europas? Kredite für verschuldete Länder in Europa werden nur gewährt, wenn dort massiver Sozialabbau erfolgt. Was das konkret bedeutet, z. B. bei der Krankenversorgung oder für das Wohnen oder die Arbeitszeit, darüber berichteten eine Ärztin aus Griechenland und ein Professor aus Spanien. Wir danken unseren internationalen Gästen für ihre Beiträge! Bis nächstes Jahr!

Zeichen setzen!

Im Jahre 2012 hat sich ein breites Bündnis von sozialen Gruppen und Verbänden im Kreis Böblingen zusammen gefunden, um der Zerstörung Europas nicht länger tatenlos zuzuschauen. In unterschiedlichen Arbeitskreisen und Workshops wurde informiert und lokale Handlungsspielräume definiert. Dieses Selbstverständnis bildete die Grundlage zur Böblinger Charta, die in einer Selbstverpflichtung lokales Handeln mit europäischem Denken verbindet. Die Menschen in den europäischen Ländern sind eine Gemeinschaft und nicht nur die Summe verschiedener Nationalstaaten, wie uns das Kapital und die Politik in Zeiten der Krise nach wie vor versuchen einzureden. Wir bewegen uns über Grenzen hinweg zum Arbeiten, Studieren, in Beziehungen oder im Urlaub. Im Laufe der letzten Jahrzehnte sind internationale Familien und interkulturelles Leben Alltag geworden. Trotzdem stehen die Zeichen auf Sturm: In der Eurozone sind mittlerweile 18 Millionen Menschen ohne Beschäftigung. In Spanien ist z. B. jeder zweite junge Mensch arbeitslos. In Griechenland wurde die Tarifautonomie quasi abgeschafft und das Gesundheitswesen zerstört – vor allem auf Druck der „Troika“, also das durch keine Wahlen legitimierte Dreigespann aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) sowie Internationalem Währungsfonds (IWF). Auch Deutschland ist nicht die Insel der Glückseligen. Seit Jahren wurde konsequent daran gearbeitet den sozialen Frieden zu zerstören und die Gesellschaft zu spalten. Lohndumping, Hartz IV, geplünderte Rentenkassen, ein Wohnungsmarkt für Spekulanten lassen für viele Menschen ein sorgenfreies Leben in weite Ferne rücken. Die konsequente Niedriglohnpolitik sorgte dafür, den Wettbewerb in anderen europäischen Ländern auszuschalten. Wenn es Europa schlecht geht, kann es Deutschland nicht gut gehen. Der Europakongress ist die Plattform für alle Menschen, die gerecht handeln und leben wollen. Er bietet die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu schauen und Handlungsstrategien zu entwerfen.


Mehr Infos: www.facebook.com/Europakongress