Ganztägiger Warnstreik am Mittwoch, den 31.01.2024

18.01.2024
Stuttgart von Beruf – Muss Mensch sich leisten können!

Der KAV meint, der TV Flex AZ sei seit je her Gegenstand bundesweiter Tarifverhandlungen. Die Tarifzuständigkeit für die tarifvertraglichen Regelungen flexibler Arbeitszeitregelungen für ältere Beschäftigte liege satzungsgemäß eindeutig bei der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und nicht bei den kommunalen Arbeitgebern. Damit macht sich der KAV Baden-Württemberg die ablehnende Haltung der VKA zu eigen. Klar ist, dass nur unser Druck diese Blockade brechen kann!

08:00 Uhr: Rathaus, Mittlerer Sitzungssaal
08:40 Uhr: Demonstration vom Marktplatz ins Gewerkschaftshaus
Ab 09:00 Uhr: Streikgelderfassung, Streikversammlung und gemeinsamer Ausklang im Gewerkschaftshaus (Willi-Bleicher-Str. 20, Stuttgart)

+++ Warnstreikaufruf für Beschäftigte bei LHS siehe unten +++

+++ Aufruf zum Solidaritätsstreik für Auszubildende, Praktikant*innen, Studierende und Studentische Beschäftigte ebenfalls unten als PDF zum Download +++

Liebe Beschäftigte der Stadt Stuttgart,

die Altersteilzeit ist ein kontinuierliches und drängendes Thema in allen Arbeitsfeldern. Durch den jahrelangen Personalmangel entstand eine Arbeitsverdichtung, die körperlich und psychisch sehr belastet. Vielen ist es nicht vorstellbar oder möglich, den Beruf bis ins Alter von 67 Jahren auszuführen. Wir Beschäftigten erwarten deshalb von unserer Arbeitgeberin Stadt Stuttgart eine tarifliche Regelung zur Altersteilzeit und sind auch bereit dafür zu streiken. Wir fordern den Gemeinderat auf, sich mit einer tarifierten Regelung zur Altersteilzeit zu beschäftigen und die Verwaltung aufzufordern, eine gute tarifierte Altersteilzeitregelung mit ver.di zu vereinbaren.

Wir anerkennen ausdrücklich, dass die Stadt Stuttgart der jahrelangen Forderung von ver.di nach einer Stuttgart-Zulage, bei allen Abstrichen bzgl. Höhe und Tarifierung, nachgekommen ist. Die Stuttgart-Zulage in Höhe von 150€ kommt vor allem den unteren Einkommensgruppen zugute. Das ist gut so.

Wir sind wütend über den überraschenden Beschluss in der dritten Lesung zum Doppelhaushalt 2024/2025, bestehende, sogenannte Arbeitsmarktzulagen wie z.B. Tarifplus entgegen der Beschlusslage der zweiten Lesung doch anzurechnen. Die Beschäftigten im Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes und hier vor allem die Erzieher*innen trifft dies im Besonderen. Sie arbeiten seit Jahren unter erschwerten Bedingungen und halten eine hohe fachliche Qualität für die Kinder aufrecht.

Es bestand die Hoffnung, dass der Beruf attraktiver wird durch eine tarifierte Stuttgart-Zulage ohne Anrechnung der bestehenden Zulagen und eine tariflich vereinbarte Regelung zur Altersteilzeit. Dies wäre ein deutlicher Anreiz gewesen, mehr Kolleg*innen für den Beruf zu gewinnen, in Stuttgart zu halten und so für eine Entlastung in diesem Arbeitsfeld zu sorgen. Leider ist diese arbeitsmarktpolitische Chance in der dritten Lesung zunichtegemacht worden!

Wir lassen nicht locker!
Volle Kraft voraus – für eine tarifierte Altersteilzeit!