Tarifrunde ÖD 2018

80,52 Prozent für die Annahme der Tarifeinigung mit Bund und …

Tarifrunde ÖD 2018

80,52 Prozent für die Annahme der Tarifeinigung mit Bund und VKA

In guter demokratischer Tradition hatten die ver.di-Mitglieder beim Bund und den kommunalen Arbeitgebern in den letzten Wochen die Möglichkeit, über das in der dritten Verhandlungs­runde am 17. April 2018 erreichte Ergebnis in der Tarif- und Besoldungsrunde zu entscheiden.

80,52 Prozent sagten JA zum Verhandlungs­ergebnis!

Die ver.di-Bundestarifkommission für den öffentlichen Dienst folgte dem Votum der Mitglieder und nahm die Tarifeinigung bei einer Gegenstimme endgültig an. Damit kann die Tarifrunde offiziell beendet werden. Es folgen noch die Redaktionsverhandlungen mit den Arbeit­gebern, bei denen die Tarif­einigung in konkrete Tarifvertragstexte umgesetzt wird.

Dieser Abschluss konnte nur durch die beeindruckende Beteiligung an den Warnstreiks, insbesondere vor dem letzten Verhandlungstermin, erreicht werden. Etwa 230.000 ver.di-Mitglieder waren dabei und haben so Druck auf die Arbeitgeber gemacht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und zeigt, dass Solidarität sich lohnt!

Die Ergebnisse:

Die Tabellenentgelte werden in drei Schritten erhöht, und zwar ab 1. März 2018, zum 1. April 2019 und zum 1. März 2020. Die Tabellenerhöhungen fallen für alle Entgeltgruppen und Stufen unterschiedlich aus. Die Entgelttabelle für den Pflegedienst wird zum 1. März 2018 um einen geringeren Prozentsatz und bereits zum 1. März 2019 um einen entsprechend höheren Prozentsatz angehoben.

Kein Tabellenwert wird insgesamt um weniger als 175 Euro erhöht, das Gesamtvolumen über alle Entgeltgruppen beträgt rund 7,5 Prozent bei einer Mindestlaufzeit bis zum 31. August 2018.

Die Beschäftigten in den Entgelt­ gruppen 1 bis 6, S 2 bis S 4 sowie P 5 und P 6 erhalten zusätzlich eine Einmalzahlung von 250 Euro (Teilzeitbeschäftigte anteilig). Die Entgelte für Auszubildende sowie Praktikantinnen und Praktikanten werden zum 1. März 2018 um 50 Euro und zum 1. März 2019 um weitere 50 Euro erhöht.

Weitere Details zum Abschluss:

Auszubildende

Die bisherige Übernahmeregelung wird bis zum 31. Oktober 2020 wieder in Kraft gesetzt. Der Urlaubsanspruch erhöht sich ab dem Urlaubsjahr 2018 um 1 Tag auf 30 Urlaubstage.

Die Auszubildenden in praxis­integrierten Ausbildungsgängen zur Erzieherin/zum Erzieher nach landesrechtlicher Regelung und die Schülerinnen/Schüler in der Operationstechnischen Assistenz und in der Anästhesie­ technischen Assistenz sowie nach dem Notfallsanitätergesetz werden ab dem 1. März 2018 in den Geltungsbereich des TVAöD einbezogen.

2018 werden für die betrieblichschulischen Ausbildungsverhältnisse in Gesundheitsberufen Tarifverhandlungen aufgenommen, um sie in den TVAöD einzubeziehen. Für die Auszubildenden in dualen Studien­­­­gängen werden entsprechende Verhandlungen nach dem Abschluss der Tarifverhandlungen aufgenommen.

Krankenhäuser

Der Nachtarbeitszuschlag wird ab 1. März 2018 von 15 Prozent auf 20 Prozent angehoben. Der Zusatzurlaub bei Wechselschichtarbeit wird zum 1. Januar 2019, zum 1. Januar 2020 sowie zum 1. Januar 2021 um jeweils einen zusätzlichen Urlaubstag bei entsprechender Veränderung der Höchstgrenzen erhöht. Nach Beschluss der von der Bundesregierung geplanten Gesetzesänderungen zur Krankenhausfinanzierung werden Verhandlungen aufgenommen:

  • zur Erhöhung des Zeitzuschlags für Samstagsarbeit,
  • zur Einrechnung der Pausen in die Arbeitszeit bei Wechsel­schichtarbeit und
  • zur Entstehung von Überstundenzuschläge für Teil­zeitbeschäftigte bei Wechselschichtarbeit.

Angleichung Jahressonderzahlung

Die Jahressonderzahlung im Tarifgebiet Ost der VKA wird ab 2019 in vier Schritten auf 100 Prozent der Bemessungssätze West angehoben.

Altersteilzeit

Die Regelungen zur Altersteilzeitarbeit werden bis zum 31. August 2020 verlängert.

Leistungsminderung

Nach Abschluss der Tarifrunde 2018 werden auf Spitzenebene Tarifverhandlungen zu den Regelungen bei Leistungsminderung aufgenommen. In diese Verhandlungen werden auch Regelungen für den Bereich der Bundeswehrfeuerwehren einbezogen.