Tarifrunde Öffentlicher Dienst 2016

Gründe für deutlich höhere Einkommen

Tarifrunde ÖD 2016

Gründe für deutlich höhere Einkommen

Wie so oft in Tarifrunden singen die Arbeitgeber angesichts unserer berechtigten Forderungen ihr altes Jammerlied. Das hilft aber nicht, sie müssen sich den Realitäten stellen. Und die sprechen für unsere Forderungen. Geht es um die Real­ einkommen, darum Anschluss zu halten an die Privatwirt­ schaft, Nachwuchsprobleme und Fachkräftegewinnung: Immer sind deutlich höhere Einkommen die sinnvolle und gerechte Schlussfolgerung.

1. Reallohnentwicklung

Die Realeinkommen der Tarifbeschäftigten haben sich insgesamt im Vergleich zu 2000 deutlich geringer erhöht, als die Unternehmens- und Vermögenseinkommen, die preisbereinigt um mehr als 30 Prozent gestiegen sind. Es ist Zeit für deutlich höhere Arbeitseinkommen.

2. Nachwuchsprobleme

Die unbefristete Übernahme von Auszubildenden ist ein Schritt, dem sich anbahnenden Fachkräftemangel entgegen zu treten und konkurrenzfähig zu sein.

Die Entwicklung der Altersstruktur im öffentlichen Dienst unterstreicht zudem die Notwendigkeit von Neueinstellungen junger Menschen. Das Durchschnittsalter aller Beschäftigten betrug 2014 rund 45,53 Jahre und liegt damit höher als in den Jahren zuvor. Mitte 2014 waren rund 1,2 Millionen Beschäftigte 55 Jahre und älter, was einem Anteil von über 26 Prozent entspricht.

Höchste Zeit, um mit deutlich höheren Einkommen attraktive Bedingungen für engagierte junge Menschen zu schaffen.

3. Fachkräftemangel

Höhere Einkommen und feste Arbeitsplätze schaffen Anreize, um sich für den öffentlichen Dienst zu entscheiden. In vielen Bereichen des öffent­ lichen Dienstes herrscht bereits jetzt Fachkräftemangel. Trotzdem wird überwiegend befristet eingestellt.

Höchste Zeit, mit der Praxis befristeter Beschäftigung Schluss zu machen. Sachgrundlose Befristungen müssen ausgeschlossen werden.

4. Höhere Löhne stärken die Binnennachfrage

In den vergangenen Jahrzehnten wurde von der Arbeitgeberseite regelmäßig argumentiert, dass zu hohe Löhne den Wirtschaftsstandort gefährdeten. Eine zurückhaltende Lohnentwicklung dagegen würde die Investitionen beflügeln und neue Arbeitsplätze entstehen lassen.

Die Folgen dieser Politik sind deutlich zu sehen: Große Investitionen, die Arbeitsplätze schaffen, sind kaum zu beobachten. Wenn Arbeitsplätze geschaffen wurden, dann häufig zu Bedingungen unterhalb tariflich abgesicherter Beschäftigung. Die Binnennachfrage hat im vergangenen Jahrzehnt nur einen kleinen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung geleistet. Deutschland litt vor allem darunter, dass der private Konsum stagnierte und der Aufschwung bis 2007 ganz überwiegend von Exportsteigerungen getragen war.