Bund und Länder

ver.di erhöht den Druck vor der 3. Verhandlungsrunde

Tarifrunde TdL 2019

ver.di erhöht den Druck vor der 3. Verhandlungsrunde

ver.di hat vor der dritten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes der Länder den Druck auf die Arbeitgeber nochmals mit ganztägigen Warnstreiks in zahlreichen Bundesländern erhöht. Am 26.02.2019 legten Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen, Berlin, Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und im Saarland die Arbeit nieder.

In Nordrhein-Westfalen und Bayern beteiligten sich unter anderem die Beschäftigten der Unikliniken an den Warnstreiks. In Berlin waren Beschäftigte in Einrichtungen des Sozial- und Erziehungsdienstes zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen, zahlreiche Einrichtungen der Berliner Kitaeigenbetriebe blieben geschlossen. In Baden-Württemberg waren unter anderem Zentren für Psychiatrien von den Streiks betroffen, in Sachsen-Anhalt beispielsweise Berufsschulen, Bibliotheken und Straßenbaubehörden, im Saarland Landesverwaltungen, die Universitätsklinik und gewerblich-technische Landesbetriebe und in Rheinland-Pfalz Universitäten und Landeskrankenhäuser.

Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske betonte bei einer Kundgebung in Düsseldorf: "Wir erwarten, dass die Arbeitgeber in der dritten Runde endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen. Bei weiterer Blockadehaltung der Arbeitgeber ist eine Eskalation der Streiks nicht auszuschließen.

Am 27.02.2019 wurden unter anderem die Warnstreiks der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst in Berlin fortgesetzt. Ebenfalls zum Streik in Berlin waren für Mittwoch die Landesbeschäftigten in Senatsverwaltungen und Bezirksämtern aufgerufen. Beschäftigte aus Niedersachsen-Bremen waren auf einer Großkundgebung in Bremen. In Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg wurden einzelne Dienststellen bestreikt, in Hessen die Uniklinik Frankfurt. In Bayern wurden ebenfalls Unikliniken bestreikt.

„Das ist insgesamt eine Situation wo wir sehr weit auseinanderliegen. Insofern ist es gut, dass die Beschäftigten in den letzten Tagen in allen Bundesländern deutlich Flagge gezeigt haben."

Frank Bsirske (Kundgebung Bremen)

In Bremen zeigte Frank Bsirske kein Verständnis für die bisherige Weigerungshaltung der Arbeitgeberseite: „Die Arbeitgeber sagen pauschal unsere Forderung sei nicht finanzierbar. Aber wir brauchen doch qualifizierte Fachkräfte, wo doch in den kommenden Jahren 30 Prozent der Beschäftigten der Länder altersbedingt ausscheiden. Wie will man wettbewerbsfähig bleiben, wenn man keine Beschäftigten findet, weil man sie nicht anständig bezahlt! Und dass bei den Steuereinnahmen! Das macht alles keinen Sinn, was da veranstaltet wird. Und mir fehlt jedes Verständnis für diese Verhandlungsstrategie!“ Die Arbeitgeber blockierten in allen drei zentralen Feldern, so Bsirske, „bei der Entgeltordnung, bei der Lohnforderung und auch bei den Verbesserungen in der Krankenpflege“, so Bsirske.

Aktuelle Informationen zur 3. Verhandlungsrunde auf der Bundesseite unter wir-sind-es-wert.verdi.de »