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Tarifeinigung erzielt – Erhöhung der Entgelte im Volumen von …

Tarifrunde TdL 2019

Tarifeinigung erzielt – Erhöhung der Entgelte im Volumen von 8 Prozent!

Nach einer eindrucksvollen Warnstreik­welle konnte ver.di am 2. März 2019 eine Tarif­einigung erreichen. Deutliche ­ Erhöhungen der Entgelte und ­Verbesserungen in der Entgeltordnung erzielt.

Wir sind es Wert Joachim E. Roettgers Warnstreik im öffentlichen Dienst der Landesbeschäftigten, Stuttgart

Das Ergebnis im Überblick:

Die Einigung sieht eine tabellen­ wirksame Anhebung der Gehälter im Gesamtvolumen von 8 Prozent mit einer Laufzeit von 33 Monaten vor. Darin enthalten ist eine ausgeprägte soziale Komponente. Über die ­Laufzeit haben alle Beschäftigten damit mindestens 240 Euro mehr im Monat.

Erhöhung der Tabellen­entgelte TV-L

Die Tabellenentgelte der Anlage B zum TV-L werden

a) zum 1. Januar 2019 um ein ­Gesamtvolumen von 3,2 Prozent erhöht; in diesem Gesamt­volumen sind enthalten die Anhebung der Stufe 1 in den Entgeltgruppen 2 bis 15 um 4,5 Prozent und für die übrigen Stufen in allen Entgeltgruppen eine ­lineare Erhöhung in Höhe von 3,01 Prozent, mindestens jedoch eine Erhöhung um 100 Euro;

b) zum 1. Januar 2020 um ein ­Gesamtvolumen von 3,2 Prozent erhöht; in diesem Gesamt­volumen sind enthalten die Anhebung der Stufe 1 in den Entgeltgruppen 2 bis 15 um weitere 4,3 Prozent und für die übrigen Stufen in ­allen Entgeltgruppen eine lineare Erhöhung in Höhe von 3,12 Prozent, mindestens jedoch eine ­Erhöhung um 90 Euro;

c) zum 1. Januar 2021 um ein ­Gesamtvolumen von 1,4 Prozent erhöht; in diesem Gesamt­volumen sind enthalten die Anhebung der Stufe 1 in den Entgeltgruppen 2 bis 15 um 1,8 Prozent und für die übrigen Stufen in allen Entgeltgruppen eine ­lineare ­Erhöhung in Höhe von 1,29 Prozent, mindestens jedoch eine ­ E rhöhung um 50 Euro.

Die monatlichen Ausbildungs­ entgelte der Auszubildenden nach dem TVA-L BBiG und die Tarif­ entgelte der Praktikantinnen und Prakti­kanten nach dem TV Prakt-L ­werden wie folgt erhöht:

a) zum 1. Januar 2019 um einen Festbetrag in Höhe von 50 Euro und

b) zum 1. Januar 2020 um einen weiteren Festbetrag in Höhe von 50 Euro.

c) Der Urlaubsanspruch erhöht sich um einen Tag auf 30 Urlaubstage d) Die Übernahmeregelung wird für weitere zwei Jahre wieder in Kraft gesetzt

Darüber hinaus haben wir zahlreiche strukturelle Verbesserungen in der Entgeltordnung erreicht. Als hälftigen Ausgleich der daraus entstehenden Mehrkosten wird die Jahressonderzahlung für die Jahre 2019 bis 2022 für beide Tarifgebiete festgeschrieben. Grundlage für die Berechnung der Höhe der Jahressonderzahlung sind die Entgeltwerte aus 2018.

Die Anpassung der Jahressonderzahlung Ost-West wird nicht berührt. Der Bemessungssatz ist in Ost und West gleich.

Garantiebetrag bei ­Höhergruppierung

Die Garantiebeträge werden zum 1. Januar 2019 für die Dauer der Laufzeit des Tarifvertrages auf 100 Euro (Entgeltgruppen 1 bis 8) bzw. 180 Euro (Entgeltgruppen 9 bis 15) erhöht.

Der jeweilige Garantiebetrag ist begrenzt auf den Unterschiedsbetrag bei einer stufengleichen ­Zuordnung. Die bisherige Entgeltgruppe 9 wird in die Entgeltgruppen 9a und 9b aufgeteilt.

Wie geht es weiter?

Nach ausführlicher Beratung hat die ver.di-­ Bundestarifkommission für den öffentlichen Dienst beschlossen, die Annahme des Verhandlungsergebnisses durch eine Mitgliederbefragung zu empfehlen.

Somit werden die ver.di-­Mitglieder in den nächsten Wochen die Möglichkeit haben, das Tarifergebnis, das nur durch massive Warnstreiks erzielt werden konnte, zu beurteilen und ihr Votum dazu abzugeben.

ver.di führt damit eine gute demokratische Tradition fort.

 

Weitere Details für verschiedene Berufsgruppen finden sich in den entsprechenden Flyern (Spalte rechts).