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Keine Kurzarbeit in baden-württembergischen Kitas!

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Keine Kurzarbeit in baden-württembergischen Kitas!

ver.di und die VKA haben die Sozial- und Erziehungsdienste aus der Zielrichtung des „Tarifvertrag Covid“ von Kurzarbeit ausgeschlossen.

Das hat gute Gründe:

  • Der Fachkräftemangel besteht nach wie vor, die erweiterte Notbetreuung ist von den Trägern zu gewährleisten.
  • Risikogruppen können nur bedingt im direkten Kontakt mit den Kindern eingesetzt werden.
  • Pädagogische Arbeit ist auch außerhalb der Kita möglich und sinnvoll, nein, sogar dringend erforderlich angesichts der alarmierenden Berichte führender Pädagogen und des Kinderschutzes. Es ist wichtig, die Kontakte zu den Kindern zu halten und zu pflegen und ihre Entwicklung zu verfolgen. Das ist sehr zeitintensiv, wenn man keine Gruppenangebote machen kann.

Es gibt also genug zu tun mit dem ohnehin knapp vorhandenen Fachpersonal.

Zudem gelten die Infektionsschutzmaßnahmen, die nur eine begrenzte Anzahl von Personen in den Einrichtungen überhaupt zulassen. Das führt zu Einsätzen in festen Teams und kleineren Gruppen, die u. U. abwechselnd zur Betreuung da sind.

Dennoch planen einzelne Träger, Kurzarbeit auch für die Kitas anzumelden. Mit welcher Begründung? Die Arbeit ist da. Und muss für die weitere Öffnung vorgehalten werden. Die Finanzierung durch das Land ist sichergestellt. Diese Zusicherung hat ver.di bereits Anfang April eingefordert und inzwischen auch erhalten. Das Ministerium hat das gegenüber ver.di in einem Schreiben auch noch einmal bekräftigt:

„ Es steht außer Frage, dass das Land seine Zuweisungen an die Kommunen im Rahmen des FAG auch in Zeiten der Corona-Pandemie unverändert fortführen wird. Unstrittig ist auch weiterhin der Förderanspruch freier und privat-gewerblicher Träger von Kindertageseinrichtungen gegenüber den Gemeinden nach dem KitaG. Daher sehe ich keine Notwendigkeit seitens freier oder kirchlicher Träger für die Anmeldung von Kurzarbeit.“
Susanne Eisenmann, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Die Mittel fließen also weiter, die die Kita-Arbeit zu einem großen Teil refinanzieren. Zusätzlich fordert ver.di die Landesregierung auf, die Elternbeiträge für die Zeiten, in denen keine Betreuung stattgefunden hat/stattfindet, zu erstatten.

Auch im Hinblick auf diese Forderung gibt es bereits positive Signale aus der Landesregierung. Frau Ministerin Eisenmann unterstützt unser Anliegen, die Einrichtungen im Land weiter zu unterstützen. In einem ver.di vorliegenden Schreiben an den Ministerpräsidenten des Landes macht sie sich dafür stark, dass das Land den Trägern die Elternbeiträge erstattet. Das ist richtig gut!

Denn: Wenn unsere Forderung Erfolg hat, bestehen auch keine wirtschaftlichen Gründe mehr, die eine Beantragung von Kurzarbeit für Kita-Beschäftigten rechtfertigen würden.