Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

8. März – für Gleichstellung, Aufwertung und Entlastung

Frauenkampftag

8. März – für Gleichstellung, Aufwertung und Entlastung

Seit über 100 Jahren kämpfen Frauen am 8. März für Gleichberechtigung

Wir haben das Wahlrecht und die Gleichberechtigung vor dem Gesetz erreicht. Es zeigt sich, was Frauen erreichen können, wenn sie sich auf den Weg machen und gemeinsam für ihre Interessen einsetzen. Viele Verbesserungen sind heute Selbstverständlichkeiten. Diese müssen gelebt, verteidigt und weiter ausgebaut werden.

Nach wie vor gibt es viel zu tun. Arbeit in unserer Gesellschaft ist (nicht nur) zwischen den Geschlechtern ungleich und ungerecht verteilt. Sorgearbeit – ob bezahlt oder unbezahlt – liegt bis heute mehrheitlich in den Händen von Frauen. Weiterhin sind es in erster Linie Frauen, die die Erziehung und Betreuung von Kindern, Pflege von älteren Menschen und Versorgung von Patientinnen und Patienten leisten. Frauen putzen dieses Land und sorgen in den Kantinen der Betriebe für unsere Ernährung.

Dass diese Arbeiten weniger gelten und niedriger bewertet werden als »Männerarbeit«, drückt sich nicht nur in schlechter Bezahlung aus. Frauen verdienen im Durchschnitt 21 Prozent weniger als Männer. Es ist auch Ausdruck fehlender gesellschaftlicher Anerkennung für diese Tätigkeiten. Die notwendige Zeit für Sorgearbeit wird unzureichend finanziert und durch zu wenig Personal verweigert. Unter diesen Bedingungen sind viele Beschäftigte sind nicht mehr bereit, die berufliche Verantwortung für Sorgearbeit zu übernehmen.

Die Folge ist eine zunehmende Krise in der Daseinsvorsorge vor allem für ältere und kranke Menschen sowie in den Bildungseinrichtungen für unsere Kinder – in Kitas, Ausbildungsbereichen und Universitäten.

Damit Sorgearbeit im privaten Bereich stattfinden kann, reduzieren viele Frauen ihre Erwerbsarbeitszeit oder arbeiten gleich in Mini- oder Midi-Jobs. Wir wissen, was das bedeutet: Teilzeit, Altersarmut und das ständige Gefühl, sich selbst, den Liebsten, dem Anspruch an die eigene Arbeit niemals gerecht werden zu können.

Das wollen wir ändern. Es ist unsere Welt, nehmen wir sie uns!

Nehmen wir uns am 8. März die Zeit, um an der Seite von Millionen Frauen in der Welt uns und unsere Arbeit, unsere Sorgen und Hoffnungen sichtbar zu machen und unsere Kraft zu vereinen. Es ist höchste Zeit. Verschaffen wir uns Respekt.

Wir rufen euch auf:

Beteiligt euch am 8. März an den gewerkschaftlichen Aktivitäten in den Städten, vor und in den Betrieben. Bringt selbst welche auf den Weg! Wir haben im Sozial- und Gesundheitswesen schon viel bewegt. Gemeinsam können wir noch mehr erreichen:

  • Wir fordern eine am tatsächlichen Bedarf orientierte gesetzliche Personalbemessung für Beschäftigte in Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen. Nur so können gute Arbeitsbedingungen entstehen.
  • Wir fordern verlässliche Dienstpläne und die Verbesserung von Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.
  • Wir fordern Entlastung für die Beschäftigten in Krankenhäusern, im Rettungsdienst, in Pflegeheimen, Rehakliniken, Behinderteneinrichtungen, im Sozial- und Erziehungsdienst. • Wir setzen uns ein für die Aufwertung von Sozial-, Erziehungs- und Gesundheitsberufen – eine gute Bezahlung gehört dazu.
  • Wir fordern eine solidarische Finanzierung der Versorgung alter Menschen – wir brauchen endlich eine Pflegevollversicherung!

All dies sind Themen, die alle in unserer Gesellschaft, aber in ganz besonderer Weise Frauen betreffen. Frauen werden sich immer stärker bewusst: Wenn wir die Arbeit niederlegen, steht die Welt still. Indem wir dafür sorgen, dass Sorgearbeit unter guten Bedingungen stattfinden kann, tragen wir Sorge für den Zusammenhalt und das solidarische Miteinander in unserer Gesellschaft. Auch darum: Heraus zum 8. März!