Medien, Kunst und Industrie

Immer noch kein Tarifvertrag

Ufa-Palast Stuttgart

Immer noch kein Tarifvertrag

3.11.2018

Nach einem halben Jahr Pause streiken seit gestern Abend Beschäftigte des Ufa-Palast Stuttgart. Seit einem Jahr fordern die Kinobeschäftigten einen Haustarifvertrag mit mindestens 10 Euro Stundenlohn. Noch bis Sonntag Abend wollen die Streikenden ihrer Forderung Nachdruck verleihen.

Mit ihrem Streik kämpfen die Ufa-Mitarbeiter*innen auch gegen das mit befristeten Arbeitsverträgen laufende Personalkarrussel. Seit den ersten Warnstreiks vor einem Jahr will die Geschäftsleitung verhindern, dass sich neue Mitarbeiter den Streikenden anschließen. Deshalb gibt es seither dort nur Arbeitsverträge, die maximal ein halbes Jahr dauern. Kaum sind neue Mitarbeiter an Kasse und Popcorn-Maschinen angelernt, müssen sie schon wieder gehen. So hat die Düsseldorfer Unternehmerin Marianne Riech, die außer dem Kino in Stuttgart noch drei weitere Multiplexe besitzt (Düsseldorf, Dresden, Recklinghausen), den Pesonalstand des Kinos von rund 80 in der Hauptsaison auf derzeit unter 50 Beschäftigte reduziert - ein Aderlass, den auch die Kinobesucher in Form von geschlossenen Säalen zu spüren bekommen.

Neben der Weigerung, mit ver.di einen Haustarif zu verhandeln führt "Stuttgarts schlechteste Unternehmerin" auch einen beständigen Kampf gegen den Betriebsrat, der vor eineinhalb Jahren mit ver.di-Unterstützung gewählt wurde. Die Betriebsräte müssen ständig vor Gericht und in Einigungsstellen um ihre Mitbestimmungsrechte kämpfen. Da zudem ein Betriebsratsmitglied massiv benachteiligt wird, hat ver.di Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart gestellt, die in dem Fall derzeit ermittelt.