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Securitas droht Betriebsratsvorsitzenden mit gerichtlichem Amtsenthebungsverfahren

Securitas droht Betriebsratsvorsitzenden mit gerichtlichem Amtsenthebungsverfahren

23.02.2021

Dem Betriebsratsvorsitzenden der Securitas Sicherheitsdienste Stuttgart wurde durch die Rechtsabteilung der Arbeitgeberin ein gerichtliches Amtsenthebungsverfahren angedroht. Der Hintergrund der Drohung ist, dass der Betriebsratsvorsitzende seinen gesetzlichen Pflichten aus dem Betriebsverfassungsgesetz nachkommt. In dem aktuellen Fall hatte der Betriebsratsvorsitzende ein Mitglied des aktuell gewählten Gremiums auf seine groben gesetzlichen Pflichtverletzungen hingewiesen und das Betriebsratsmitglied aufgefordert sein Mandat niederzulegen oder die Verstöße nicht weiter fortzuführen.

ver.di unterstützt den aktiven Gewerkschafter und Betriebsratsvorsitzenden in der Angelegenheit, denn die Betriebsverfassung schreibt eine vertrauensvolle Zusammenarbeit der beiden Betriebsparteien vor. Mit diesem Vorgehen der Rechtsabteilung der Arbeitgeberin wurde diese Ebene bei weitem verlassen. Es ist und bleibt immer wichtig solches Vorgehen in das Licht der Öffentlichkeit zu bringen, denn es geht hier doch augenscheinlich darum aktive Betriebsräte unter massiven Druck zu setzen.

„Es ist schon unglaublich, dass der Betriebsratsvorsitzende aufgefordert wird gesetzliche Verstöße zu begehen und ihm bei Nichtbefolgung dieser Aufforderung mit gerichtlichen Konsequenzen gedroht wird.“, schätzt Jan Bleckert Gewerkschaftssekretär bei ver.di, das Vorgehen der Rechtsabteilung in dem vorliegenden Fall ein.

„Das Betriebsratsgremium hatte aufgrund der aktiven Betriebsratstätigkeiten in den vergangenen Monaten einiges für die Beschäftigten bei der Arbeitgeberin durchgesetzt“, sagt Bleckert und fügt hinzu, dass nun versucht wird den Vorsitzenden und damit auch das gesamte Gremium einzuschüchtern und von der guten Betriebsratsarbeit im Sinne der Beschäftigten abzubringen.

In der jüngeren Vergangenheit waren Unternehmen des Securitas Konzerns immer wieder in die Schlagzeilen geraten, weil die Unternehmensführungen gegen vermeintlich unliebsame Betriebsratsmitglieder und aktive Gewerkschafter vorgingen. Aktuell ist auch der Betriebsratsvorsitzende der Securitas Aviation am Stuttgarter Flughafen von einer fristlosen Kündigung bedroht.

Pressekontakt

ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
Bezirk Stuttgart
Fachbereich Besondere Dienstleistungen
Tel: +49 711 16 64 130
E-Mail: Jan.Bleckert@verdi.de
Willi-Bleicher-Str. 20 
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