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Wer sollte heute den Schwur von Buchenwald erfüllen, wenn nicht …

Ausstellung
10.12.2019, 18:00 – 27.02.2020, 20:00Willi-Bleicher-Straße 20, 70174 Stuttgart, Gewerkschaftshaus, Foyer

Wer sollte heute den Schwur von Buchenwald erfüllen, wenn nicht wir?

Alfred Hausser und Walter Vielhauer
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Alfred Hausser und Walter Vielhauer DGB, VVN-BdA Ausstellung: Alfred Hausser und Walter Vielhauer

Alfred Hausser und Walter Vielhauer – zwei Antifaschisten, die sich stets für Frieden, Freiheit und soziale Gerechtigkeit einsetzten. Sie verstanden es, in Solidarität miteinander und mit großen persönlichen Opfern dem Terror der Nazizeit und ihrer Gesellen zu widerstehen und sich niemals unterkriegen zu lassen.

In Stuttgart geboren, ging Alfred Hausser von 1928 bis 1932 als Mechaniker in die Lehre. 1934 wurde er verhaftet und zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Einen Teil der Haftzeit verbrachte er im Zuchthaus Ludwigsburg und wurde zur Zwangsarbeit für Bosch im Gefängnisbetrieb eingeteilt. Nach seiner Entlassung war Alfred Hausser Mitgründer der VVN – Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – und von 1961 bis 1992 auch deren Landesvorsitzender. 2003 verstarb er. Eine Entschädigung für die Zwangsarbeit hat Alfred Hausser in der Bundesrepublik nie erhalten.

Walter Vielhauer wurde 1909 in Reutlingen geboren, kam aber bereits 1914 nach Heilbronn. Er machte eine Lehre zum Silberschmied und wurde 1928 Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschland (KJVD). Bereits im März 1933 erfolgte die erste Verhaftung. Er war fast durchgehend bis 1945 in verschiedenen Gefängnissen und KZ inhaftiert. Walter Vielhauer betreute im KZ Buchenwald heimlich das jüdische Kind Stefan Jerzy Zweig, was im Roman "Nackt unter Wölfen" der Öffentlichkeit bekannt gemacht wurde. Nach seiner Entlassung wurde er zum Dezernenten für Wohnungs-, Arbeits- und Fürsorgefragen in Heilbronn berufen. Von Juli 1947 bis Juni 1948 wirkte Walter Vielhauer als Ankläger bei der Spruchkammer zur Entnazifizierung in Heilbronn. Er war fassungslos enttäuscht, wie sich die Verfahren zur wirkungslosen Farce entwickelten und alte Nazis wieder in ihre Ämter zurückkehrten.

Das Vermächtnis, der Schwur von Buchenwald: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!, ist angesichts alltäglicher rechtsextremer Bedrohungen wichtiger denn je. Der Entzug der Gemeinnützigkeit der VVN-BdA durch die Berliner Finanzverwaltung ist ein Skandal sondergleichen. Der Staat sanktioniert damit demokratisches Engagement gegen Rechtsradikale und Nazis.

 

Ausstellung vom 10.12.2019 bis 28.02.2020, Willi-Bleicher-Haus (Willi-Bleicher-Str. 20, 70174 Stuttgart), montags bis freitags 08:00 - 20:00 Uhr

Ausstellungseröffnung am 10.12.2019, 18:00 Uhr
Es sprechen:

  • Begrüßung durch Philipp Vollrath (Vorsitzender DGB-SV Stuttgart)
  • Ilse Kestin (VVN-BdA Baden-Württemberg)
  • Cuno Hägele (Geschäftsführer ver.di-Bezirk Stuttgart)
  • Musik: Bernhard Löffler und Silke Ortwein

 

Veranstaltungsort auf Google Maps anschauen.